Detours

Schönheiten abseits des Weges

Yorkshire

Yorkshire Dales

Wenn man wie wir von Hull startet, fährt man erst durch North Yorkshire und die Yorkshire Dales. Die englische Landschaft gefällt uns, weil sie so einen Puppenstuben-Charakter hat. Es gibt hier keine Berge wie bei uns, sondern kleine, runde Hügel mit sanften, weiten Tälern. Die Wiesen und Äcker sind nicht mit Zäunen, sondern mit Trockensteinmauern eingegrenzt. Obwohl kultiviert, sieht alles sehr natürlich und harmonisch aus.

Um ein Foto zu machen, bogen wir bei Bowes ab und fuhren auf einer schmalen Straße ins Land.

Tan Hill Inn

Es war um die Mittagszeit. Werner machte eine scherzhafte Bemerkung, ob wir hier wohl ein Restaurant finden würden. Und wie aus Zauberhand standen wir dann einige Minuten später wirklich vor dem höchstgelegenen Restaurant Englands.
Tan Hill Inn 1.732 feet hoch.

Tan Hill Inn

Es ist ein gemütliches kleines Haus, das bei den Engländern wohl bekannt ist, denn es war Hochbetrieb an einem ganz gewöhnlichen Montag. Wir saßen im Kaminzimmer und ließen uns das Essen gut schmecken.

Plockton

Plockton liegt an der Küste von Loch Carron. Es ist ein kleiner Ort, der im Jahre 1994 den ersten Preis für das schönste Dorf Schottlands gewonnen hat. Bei einem Spaziergang durch die Straßen konnten wir das gut verstehen. Die Häuser waren hübsch renoviert und in den Gärten blühte es um die Wette.

We've seen the seals at plockton

Nach dem Bummel buchten wir eine Bootsfahrt zu den Seehundbänken und konnten dann frei nach dem Werbeslogan sagen:"We've seen the seals at Plockton."

Eine weitere Besonderheit dieses Dorfes ist der winzige Bahnhof, der bewirtschaftet wird: "Off the rails". Im Stationshaus und auf dem Bahnsteig stehen Tische und Stühle, man bekommmt dort zu essen und zu trinken und kann ganz gemütlich auf seinen Zug warten. Oder wieder mit dem Auto weiterfahren, wie wir es gemacht haben.

Off the rails in Plockton

Applecross

Wir lieben die schmalen Single Track Roads und nehmen jede Gelegenheit wahr, einen Abstecher von der Hauptstraße zu machen. Je höher man nach Norden kommt, desto einsamer wird es.
Wir machten dreimal den Abstecher nach Applecross und weiter auf der Küstenstraße am Loch Torridon entlang nach Shieldaig, eine unserer schönsten Strecken. Enge Haarnadelkurven auf noch engeren Single Track Roads machten vor allem Werner viel Spaß, aber wir mußten immer wieder anhalten, um die Aussicht auf die phantastische Landschaft zu genießen.

Straße nach Applecross
Applecross / Post-Office

In Applecross sagen sich Fuchs und Hase Gute Nacht, wenn nicht gerade ein Musikfestival stattfindet. Dann ist der kleine Ort lebhaft, der Campingplatz mit Zelten belegt und in den Lokalen ist Hochbetrieb.
Wir waren auch mal an einem Sonntag dort, sind aber sehr bald wieder weitergefahren. Der Ort war wie ausgestorben.
Auch auf der Küstenstraße nach Shieldaig trafen wir nur hin und wieder ein Auto. Diese Strecke muß man einfach fahren.

Auf den Straßen haben die Tiere Vorfahrt. Wir hatten einen kleinen Machtkampf zu bestehen mit einem Highlandrind. Es stand mitten auf der Straße und ließ sich nicht bewegen, auch nur einen Schritt zur Seite zu gehen. Wir fuhren ganz langsam auf das Tier zu, wir riefen und klatschten in die Hände, aber keine Reaktion. Dann bat Werner mich, auszusteigen, worüber wir erstmal lachen mußten. Aber ich muß das Rind wohl doch etwas irritiert haben, denn ganz langsam machte es kehrt und gab uns die Straße frei.

Wer ist wohl stärker?

Achiltibuie

Hinter Ullapool gab es für uns einen weiteren Grund, die Hauptstraße zu verlassen.

Tomaten im Hydroponicum  Äpfel im Hydroponicum

In Achiltibuie gibt es außer Wasser und felsiger Küste nichts, was hier sehenswert sein könnte. Aber eine Besonderheit hat dieser Ort doch, nämlich ein Hydroponicum. In einem Treibhaus wachsen durch ein besonderes Bewässerungssystem Pflanzen ohne Erde, nur in einem speziellen Substrat heran. In winzigen Töpfen gedeihen alle Sorten Blumen, Gurken, Tomaten, Johannisbeeren, ja sogar Obstbäume. Wir durften von den Kirschen und Erdbeeren probieren, und waren überrascht, wie süß sie schmeckten.

Natürlich mußte ich mir eine kleine Ausstattung für Anfänger mit nach Hause nehmen. Meine Kräuter wachsen in diesem System auf dem Fensterbrett besser als in den üblichen Töpfen.

Robert Burns

Wenn wir am Ende unserer Reisen Zeit hatten, besuchten wir die Orte, in denen der schottische Heimatdichter Robert Burns gelebt hat. Im Umkreis der Stadt Ayr findet man seinen Namen überall.

Burns Cottage       Wohnstube mit Familie
"Burns Cottage" ist sein Geburtshaus in Alloway. Es war ursprünglich ein Blackhouse, das nach und nach renoviert wurde und als Museum wunderbar gepflegt wird.
Mauchline: Burns House and Museum Mauchlin: Burns Memorial Handschrift

In dem kleinen Ort Mauchline hat Burns mit seiner Frau gewohnt. In dem Museum kann man sich ein Bild davon machen, wie er gelebt und gearbeitet hat.

Szene aus Tam O'Shanter Souter Johnnie's House
Im Museum seines Freundes Souter Johnnie in Kirkoswald wurde eine Szene aus dem bekanntesten seiner Gedichte aufgebaut: Das Lied von Tam O'Shanter.