Highlands
Mondlandschaft
Wenn wir unsere Besichtigung von Edinburgh hinter uns hatten, richteten wir unsere Nasen nach Norden und dann weiter nach Westen.
Endlich sind wir in den Highlands.
Rund um Inverness
Wir vertrauten unseren Reiseführern, die Inverness als ein Zentrum des Tourismus beschreiben. Auf so viel Trubel hatten wir keine Lust. Wir fuhren lieber am Loch Ness entlang oder besuchten die historischen Schlachtfelder von Culloden. |
 |
Loch Ness ist wohl jedem bekannt. Und wer schon mal an diesem wunderschönen See gewesen ist, hat bestimmt auch Ausschau gehalten nach dem liebenswerten Monster Nessie. Wir natürlich auch. Doch Nessie ist eine Legende, die Wirklichkeit ist viel schöner. Immer wieder unterbrachen wir die Fahrt, um einen besonders reizvollen Blick auf den See zu genießen. Am schönsten war der Aufenthalt am Urquhart Castle. |
Culloden Battlefields: Heute sieht man diesen Schlachtfeldern ihre schmerzliche Vergangenheit nicht mehr an. Der Ginster blühte üppig im Juni, die Wege waren gepflegt, und anhand der aufgestellten Schilder konnten wir uns die Schlachtordnung vorstellen. Trotz der vielen Blumen und des sonnigen Wetters beschlich uns ein Gefühl des Mitleids mit den geschlagenen Schotten, die nach kurzem, aussichtslosem Kampf von den Engländern auf brutalste Weise abgeschlachtet wurden. |
 |
 |
Eine alte Wassermühle, die noch in Betrieb ist, liegt am Wege, und zwar in Aberfeldy. Bei unserer letzten Reise gab uns unsere Landlady den Tip, "The Birks of Aberfeldy" zu besuchen. Der Regen hatte aufgehört, also machten wir uns auf den Weg. Auf dem Wanderweg bergauf wurden wir von einem Wasserfall begleitet. Wir brauchten gute zwei Stunden für diesen Ausflug, weil uns an jeder Wegbiegung ein anderes Bild erwartete. |
Dreimal machten wir eine Rundfahrt um die Lochs Tummel und Rannoch. Eine wunderschöne Aussicht ist Queen's View, von der wir jedesmal ein Foto gemacht haben. Die Bilder sind sehr unterschiedlich, das Wetter war mal sonnig, mal regnerisch.
Dieses Foto ist bei Regen gemacht worden, es ist das stimmungsvollste.
|  |
Die Schafe sind die absoluten Herrscher der Straße. Wir mußten zum Beipiel warten, bis der Kampf von diesen beiden gleich starken Böcken ausgetragen war. Was uns immer wieder zum Lachen bringt, sind die kleinen Lämmer. Wenn sie bei ihrer Mutter trinken, wackelt ihr Schwanz wie ein Propeller. Wenn ein Auto kommt, rennen manche ganz aufgeregt über die Fahrbahn zur Mutter, andere sind mutiger und stolzieren mit ihren steifen Beinchen ganz gemächlich von der Straße. Man muß sehr vorsichtig fahren. Wir können auf diesen Reisen kein Lammgericht essen, weil wir so viel Freude an den kleinen Tieren haben. |
Handa Island - Ein Vogelparadies
In Tarbet nahe bei Scourie warteten wir auf die Fähre, die uns auf die Insel bringen sollte. Unsere Wartezeit wurde verkürzt durch die Ankunft eines kleinen Bootes, das am Anleger festmachte. Außer drei Männern waren noch drei Schäferhunde und ein Schaf an Bord. Die Hunde sprangen von Bord und die Männer luden das Schaf aus. Sie schöpften das Wasser aus dem Boot, luden eine große Rolle Draht auf und nahmen sechs Passagiere an Bord. Zum Schluß sprang noch ein Schäferhund ins Boot. Unsere Ahnung hatte sich bestätigt, es war unsere Fähre. |
 |
 Nach einer kurzen Einführung gingen wir auf den vorgeschriebenen Wegen zu den Klippen, in denen die vielen verschiedenen Vögel nisten. Ich zähle sie nicht auf, man kann das alles besser im Reiseführer nachlesen. Weil das Wetter schön war, gingen wir nicht denselben Weg zurück, sondern nahmen den langen Weg rund um die Insel. Nach fast vier Stunden waren wir zurück am Strand, wo uns das Boot wieder aufnahm. |
Durness
Wir hatten Glück und fanden ein schönes Zimmer bei einem alten Ehepaar. Als wir nach sieben Jahren zum zweitenmal dort anklopften, wurden wir herzlich wie alte Freunde aufgenommen und verwöhnt. |
 |
Um die Smoo Caves zu besichtigen, zogen wir unsere Gummistiefel an und sahen uns in der ersten hallenförmigen Höhle um. Dort bekamen wir einen Helm aufgesetzt, stiegen in ein kleines Gummiboot und wurden in die zweite Höhle mit dem Wasserfall gefahren. Oberhalb ist eine Öffnung, durch die der River Smoo 25m tief nach unten in die Höhle fällt, um dann wieder ruhig durch die erste Höhle nach draußen seinen Weg fortzusetzen. Die dritte Höhle ist eine kleine Tropfsteinhöhle, die wir wieder zu Fuß besichtigen konnten. Das alles ist sehr klein, aber eindrucksvoll. |
Ein Ausflug zum Cape Wrath, dem nordwestlichsten Punkt Schottlands ist bei schönem Wetter ein Erlebnis. Beim ersten Besuch hatten wir leider Regen, aber die Stimmung auf dem grünen Wasser und das stürmische Wetter auf den Klippen gab dem Namen "Kap des Zornes" alle Ehre. |
Zurück vom Cape Wrath machten wir einen langen Spaziergang in den Dünen und am Strand von Durness. |
 Wir sind Frühaufsteher. Im Morgendunst liefen uns einige Hirsche über den Weg. |
 Das ist die "Mondlandschaft" der Highlands. |
|